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Trio Figment

Leben, Überleben, Nachleben...

Itamar Ringel, Viola   -  Nur Ben-Shalom, Klarinette  -  Naaman Wagner, Klavier 

Trio Figment 

Das Trio Figment wurde 2016 in Berlin gegründet. Klarinettist Nur Ben-Schalom, Bratschist Itamar Ringel und Pianist Naaman Wagner, drei erfahrene Kammermusiker aus Israel, die alle bei renommierten Professoren in Deutschland studiert haben, fanden gemeinsam eine neue Begeisterung für die Instrumental-Kombination Viola, Klavier und Klarinette. Diese besondere Mischung aus einem Streich-, einem Tasten- und einem Holzblasinstrument hat bei einigen Komponisten die Erfindung neuer Klangwelten angeregt, die sonst nicht in der Kammermusik-Literatur zu hören sind. Das Trio Figment gestaltet mit seinen Programmen innovative Konzerterlebnisse, die den Schaffensprozess dieser Komponisten miteinbeziehen..

Im Programm

 

Robert Kahn (1865–1915)
Serenade Op. 73
Fassung für Klarinette, Viola und Klavier (1922)

Leo Smit (1894–1942)
Trio für Klarinette, Viola und Klavier (1938)

• Allegretto
• Lento
• Allegro Vivace

PAUSE 

Paul Ben-Haim (1865–1915)
Drei Lieder ohne Worte für Klarinette und Klavier (1952)

• Arioso
• Ballad
• Sepharadic Song

Ödön Pártos (1907–1977)
„Agada“ (Märchen) für Viola und Klavier (1960)

André Hajdu (1932–2016)
Vier Etüden über Jüdische Themen für Klarinette und Geige (Fassung für Viola) (1987)

  • Nuptial Tune

  • Midnight Procession

  • Sending of the Angels

  • Song about the Messiah 

György Kurtág (*1926)
Hommage à Robert Schumann op. 15d für Klarinette (auch große Trommel), Viola und Klavier (1990)

• Vivo (Merkwürdige Pirouetten des Kapellmeisters Johannes Kreisler)
• Molto semplice, piano e legato (Eusebius: Der begrenzte Kreis...)
• Feroce, agitato (...und wieder zuckt es schmerzlich Florestan um die Lippen...)
• Calmo, scorrevole (Ich war eine Wolke...jetzt scheint die Sonne)
• Presto (In der Nacht)
• Adagio, poco andante (Abschied: Meister Raro entdeckt Guillaume de Machaut) 

Na’aman Wagner 

Na’aman Wagner konzertiert weltweit mit klassischer zeitgenössischer Musik und ist festes Mitglied im Israeli Contemporary Players Ensemble. In Deutschland trat er unter anderem im Kammermusiksaal der Philharmonie Berlin, im Mendelssohnsaal und Mendelssohnhaus in Leipzig, im Künstlerhaus in München auf. Naaman Wagner schloss sein Klavierstudium an der Hochschule für Musik Hannover ab, wo er bei Prof. Arie Vardi studierte.

Nur Ben-Shalom

Der Klarinettist Nur Ben-Shalom hat in Israel als Solist unter anderem mit dem Jerusalemer Kammerorchester und dem Israeli Philharmonic Orchestra gespielt. Im Jahre 2008 begann er sein Stu-dium an der Hochschule „Hanns Eisler“ in Berlin. In Deutschland spielt er seitdem in verschiedenen Orchestern wie dem der Deutschen Oper, bei den Berliner Philharmonikern, den Wagner-Festspielen in Bayreuth, dem Luzern Festival und dem Podium Festival in Esslingen. Zudem trat er in diversen Kammermusikkonzerten mit Ivry Gitlis, Zvi Plesser, und Guy Braunstein auf. Nur Ben-Shalom ist Mitglied des Galil Trio und des Nedudim Ensembles.

Itamar Ringel 

Itamar Ringel gewann im Jahr 2013 den Ödön Partos Preis des Kultusministeriums Israel für seine Aufführung des Viola-Konzerts von Yinam Leef mit dem Israel Philharmonic Orchestra. 2014 erschien seine erste CD-Aufnahme mit der Geigerin Kathrin ten Hagen und dem Folkwang Kammerorchester, Essen. Weiterhin ist er ein gefragter Kammermusiker und hat als Solo-Bratscher mit zahlreichen Orchestern gespielt, unter anderem mit dem Rundfunk-Sinfonieorchester Berlin. Als Stipendiat des DAAD studierte er an der Hochschule für Musik „Hanns Eisler“ Berlin bei Tabea Zimmermann, deren Assistenz er 2013-2014 übernahm. 

Leben, Überleben, Nachleben...

Zur ersten Ausgabe des Festival NEW LIFE untersucht das Trio Figment den Einfluss von Lebensereignissen auf die Haltung und Musiksprache von Komponisten sowie das Weiterleben dieser durch ihr musikalisches Vermächtnis: Paul Ben-Haim dachte nicht, dass er in Palästina bleiben würde, als er 1933 dorthin floh und lernte nur langsam Hebräisch. Lange Zeit war er dagegen, dass die Stücke, die er in Deutschland geschrieben hatte, aufgeführt werden, und entwickelte schnell eine neue Musiksprache in der neuen Heimat: An diesem Abend werden drei Lieder ohne Worte für Klarinette und Klavier von ihm erklingen. Der im Jahr 1900 in Amsterdam geborene Pianist und Komponist portugiesisch-jüdischer Herkunft Leo Smit, dessen Kompositionen regelmäßig im niederländischen Rundfunk erklangen, starb 1943 im Vernichtungslager Sobibor. Seine Musik und sein Trio wurden erst in den 80er-Jahren wiederentdeckt. Das Nachleben eines musikalischen Stückes hat auch Spuren in György Kurtágs „Hommage à R. Sch.“ hinterlassen, das er unter Einfluss der Klangwelt von Robert Schumanns Märchenerzählungen komponierte. Ebenfalls auf dem Programm stehen Werke von Ödön Partos, Robert Kahn, Leo Smit und André Hajdu.

15.7.2017  14:00 - 14:30 Uhr, Konzert-Teaser / 15:45 - 17:00 Uhr, Kammerkonzert